„Ein Kind ist im Krieg immer ein Opfer, egal auf welcher Seite der Front es geboren wurde”. Wir laden Sie zu einer Autorenlesung mit Wioletta Sawicka ein, die die erste Veranstaltung einer Reihe ist, die sich mit den weniger bekannten Schicksalen der Zivilbevölkerung am Ende des Zweiten Weltkriegs befasst.
Verschiedenen Quellen zufolge versteckten sich nach 1945 etwa zehntausend Kriegswaisen in den Wäldern und Ruinen von Ermland und Masuren sowie im Kaliningrader Gebiet. Einige Quellen sprechen sogar von zwanzigtausend. Um etwas zu essen zu bekommen, legten sie viele Kilometer zu Fuß zurück. Sie schlichen sich auch nach Litauen, wo sie monatelang, manchmal jahrelang, von Dorf zu Dorf zogen und um Essen bettelten. Einige Jahrzehnte später wurden sie als „Wolfskinder” bezeichnet.
Das Buch von Wioletta Sawicka ist eine Sammlung von Geschichten von Zivilisten, damals oft nur wenige Jahre alten Kindern, aus Ostpreußen – dem ersten Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches, das von sowjetischen Soldaten erreicht wurde. Die Autorenlesung bildet den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, die die Ausstellung „Ungehört – die Geschichte der Frauen. Flucht, Vertreibung und Integration”, die vom Haus des Deutschen Ostens in München vorbereitet wurde und vom 10.10. bis 10.12.2025 im Zentrum zu sehen ist. Das Treffen wird von Waldemar Gielzok moderiert.
Wir laden Sie herzlich am Freitag, dem 10. Oktober, um 17:00 Uhr in den Sitz des Zentrums in der ul. Szpitalna 11 in Oppeln ein. Wir bitten Sie, Ihre Teilnahme per E-Mail an cdwbp@cdwbp.opole.pl oder telefonisch unter der Nummer +48 517 448 045 zu bestätigen.
Das Treffen wird in polnische Gebärdensprache übersetzt.
Die Präsentation der Ausstellung „Ungehört – die Geschichte der Frauen. Flucht, Vertreibung und Integration” sowie die Begleitveranstaltungen werden im Rahmen des Projektes „Frauen und der Krieg – Ungesagte Geschichten” realisiert und vom Haus des Deutschen Ostens über den Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen finanziert.